Naturforschende Gesellschaft in Basel
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Wo Eisfische brüten, Eisberge entstehen, und Mikroplastik wandert – eine besondere Antarktisexpedition

Die Antarktis ist der einzige Kontinent, der nicht durch den Menschen dauerhaft besiedelt ist. An die extremen Bedingungen haben sich einige Lebewesen hervorragend angepasst. Dazu gehören die Eisfische, die ohne Hämoglobin und rote Blutkörperchen auskommen. Auf meiner letzten Fahrt in das Weddellmeer, eines der abgelegensten Regionen der Antarktis sind wir überraschenderweise auf ein riesiges Feld an Eisfisch-Nestern auf dem Meeresboden in 500 m Tiefe gestossen. Es ist nach wie vor ein Rätsel, wieso sie genau dort in grosser Dichte, Nester im Abstand von 1m, brüten.


Wo Eis schmilzt und sich grosse Gletscher ins Meer schieben brechen immer wieder grosse Stücke ab. Ein solcher Eisberg, 1,5 mal so gross wie die Fläche von Berlin, löste sich vor unseren Augen vom Schelfeis. Viele Berechnungen und hochaufgelöste Satellitenbilder später wagten wir mit dem Eisbrecher ‘Polarstern’ die Umrundung dieses Eisbergs, immer in der Ungewissheit, ob nicht durch Bewegungen des Eisberges und ständig neu abbrechender grosser Schollen die geplante Durchfahrt zu einer Falle wird.


Meine Mission auf dieser Expedition war die Untersuchung von Mikroplastik. Kleinste Plastikpartikel, die aus grösseren Teilen entstehen. Wie häufig ist die Verschmutzung damit in diesem südlichen Ozean? Gelangen die Partikel durch die Meeresströmungen in die Antarktis oder werden sie von den Forschungsstationen und Expeditionsschiffen in die Umwelt entlassen?