Naturforschende Gesellschaft in Basel
Seit 1817 im Dienste von Natur & Wissenschaft

Von Erzen, Schlacken und Metallen

  • Auf der Suche nach Vererzungen und Schlackenfundstellen – Geländesurvey der Universität Zürich in Stierva (Albula GR). Foto: Leandra Reitmaier-Naef, Universität Zürich.

  • Blick auf das bronzezeitliche Abbauareal Avagna-Ochsenalp (Tinizong-Rona GR). Foto: Leandra Reitmaier-Naef, Universität Zürich.

  • Mit Helm und Geleucht – montanarchäologische Untersuchungen in der eisenzeitlichen «Grube 1» auf Cotschens (Marmorera GR). Foto: Simon Vogt.

Bereits um 1000 v.Chr. wurde in den Schweizer Alpen bergmännisch Kupfererz abgebaut und in einem komplexen Verhüttungsverfahren zu metallischem Kupfer verarbeitet. Von diesem frühen Montanwesen zeugen im Oberhalbstein im Kanton Graubünden heute noch zahlreiche Schmelzplätze und alte Bergwerke, die seit 2013 archäologisch untersucht werden. Um die Arbeitsweise der prähistorischen Berg- und Hüttenleute zu rekonstruieren, wurden neben archäologischen Ausgrabungen und Geländesurveys auch radiometrische bzw. dendrochronologische Altersbestimmungen, geophysikalische Prospektionen und naturwissenschaftliche Analysen an Erzen und Schlacken durchgeführt. Neben der vielstufigen Produktionskette vom Erz zum Metall ist nämlich auch die Signatur des hier produzierten Metalls – der geochemische Fingerabdruck des Kupfers – von Interesse. Ist sie einmal bekannt, können mit Hilfe von geochemischen Analysen an archäologischen Buntmetallobjekten aus dem Alpenvorland die Absatzgebiete des Oberhalbsteiner Kupfers evaluiert werden.

Die Referentin erläutert den minutiös rekonstruierten Ablauf der in der Urgeschichte angewendeten technologischen Verfahren, stellt die wichtigsten Fundstellen aus dem Untersuchungsgebiet vor und bettet die Forschungsergebnisse aus dem Oberhalbstein mit Referenzbeispielen aus dem benachbarten Ausland in den übergeordneten archäologischen Kontext ein.