Naturforschende Gesellschaft in Basel
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Faszination Blumen und Schmetterlinge

Ausgangspunkt dieses Vortrags ist die Abschiedsvorlesung des Referenten vom vergangenen März mit ausgewählten Aspekten seiner bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit. Der Vortrag thematisiert zunächst Interaktionen von Blumen und Schmetterlingen, zuerst aus der Perspektive von Schmetterlingen, dann aus der Sicht von Blumen. Dabei zeigen sich für die Reproduktion und Evolution beider Partner faszinierende Aspekte. So besuchen Schmetterlinge Blüten nicht einfach wahllos und zufällig, wie das oft den Anschein macht, sondern haben verschiedene Schmetterlingsarten unterschiedliche Blumenpräferenzen, die mit den Eigenschaften des Nektars der bevorzugten Blüten und der Lebensweise der verschiedenen Schmetterlinge korrelieren. Umgekehrt könnten Schmetterlinge mit unterschiedlich langen Saugrüsseln durch unterschiedliche Bestäubungseffizienz die Bildung neuer Pflanzenarten bewirken, eine Hypothese, die mit einheimischen Nelken überprüft wurde.

Nach einem Intermezzo über die Bestäubung des Edelweisses und über transgene Erdbeeren werden im Vortrag schliesslich Experimente mit Schmetterlingen zum Phänomen ‚Transgenerational Acclimatization’ vorgestellt, einem schon lange postulierten, bisher aber nicht nachgewiesenen epigentischen Prozess, bei welchem Umwelteffekte, denen die Elterngeneration ausgesetzt war, die Fitness der Nachkommen beeinflussen.

Der Vortrag schliesst mit einem ermahnenden Appell.